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Warum ich das baue

VO2max ist wahrscheinlich die aussagekräftigste Zahl im Ausdauersport. Läuferinnen und Läufer bekommen sie heute quasi geschenkt. Jede Sportuhr spuckt sie aus Tempo und Puls aus, ganz ohne Zusatzgerät. Radfahren tickt anders. Tempo sagt hier fast nichts, weil Wind, Gefälle und ein guter Windschatten jede Pace-Rechnung zerlegen. Deshalb verlangt jedes ernsthafte Verfahren einen Powermeter, und die kosten ungefähr so viel wie ein gutes gebrauchtes Laufrad.

Das Problem: Die wenigsten haben einen. In den USA stehen rund 47 Millionen Radfahrern nur 3–4 Millionen Powermeter-Besitzer gegenüber. Weltweit sieht es nicht besser aus. Wer leistungsinteressiert ist, aber kein drei- bis vierstelliges Gerät am Rad hängen hat, bleibt draußen vor der Tür stehen. Strava, Wahoo, Komoot: Keiner von denen rechnet dir aus reiner Radleistung eine VO2max aus. Höchstens, wenn ein verbundenes Garmin sie mitliefert. Für den Rest: Pech gehabt.

Motivation

Ich bin selbst leidenschaftlicher Radfahrer, mit begrenzter Zeit pro Woche und meistens auf einem alten Stahlrahmen unterwegs. Strava und Co. liefern dabei durchaus alle Daten, die man für die Analyse der eigenen Fahrten braucht. Das sind gelöste Probleme. Was mich persönlich daran stört, ist der teils kompetitive Charakter und das ständige Vergleichen. Das ist alles völlig in Ordnung und berechtigt, nur nichts für mich.

Deshalb versuche ich hier zwei Dinge. Erstens: dir eine Möglichkeit geben, deine Fahrten über die Zeit auf einem ähnlichen Niveau auszuwerten wie du es von Strava kennst, nur mit dem Unterschied, dass dein VO2max-Wert auch fürs Radfahren ausgewiesen wird, als Trend. Berechnet, nicht von einer KI geschätzt oder generiert. Zweitens: deine Fahrten bei dir lassen. Im besten Fall liest das System nur die Daten ein, und du nutzt es als Oberfläche darüber, nicht als weitere Plattform, die deine Fahrten für sich behält.

Die Idee

An gleichmäßigen Anstiegen lässt sich Tretleistung physikalisch rekonstruieren, aus Steigung, Tempo, Gewicht und ein paar Widerstandsannahmen. Kein Sensor am Tretlager nötig. Diese rekonstruierte Leistung gegen die Herzfrequenz regressiert, und du bekommst dasselbe Trend-Signal, das Powermeter-Besitzer längst haben. Kein Labor. Kein Zusatzkauf. Nur die GPX- oder FIT-Datei, die bei jeder Fahrt sowieso schon entsteht.

Spiroergometrie ersetzt das nicht, und das behaupte ich auch nicht. Was dabei rauskommt, ist ein ehrlicher Trend über die Zeit, genau die Zahl, an der die meisten ohnehin interessiert sind, nicht der laborgenaue Wert auf der dritten Nachkommastelle.

Was mir wichtig ist

Getestet habe ich das nicht an sauberen Laborfahrten, sondern an echten Exporten aus Strava und Apple Health, dem Kram, den du wahrscheinlich auch auf dem Handy hast. Zwei unabhängige, geeignete Fahrten (andere Distanz, andere Quelle, andere Tage) lagen nur rund einen Punkt auseinander. Eine dritte, ungeeignete Fahrt habe ich über alle Rechenvarianten hinweg korrekt verworfen, statt ihr eine Zahl anzudichten, die sie nicht verdient hat.

Und genau das ist keine Ausnahme, sondern die Grundhaltung des ganzen Projekts: lieber eine Fahrt mit Begründung ablehnen, als eine geratene Zahl anzuzeigen. Ein Werkzeug, dem man vertrauen soll, muss ehrlicher sein als nötig, nicht überzeugender als gerechtfertigt.

Dieser Changelog ist Teil davon. Was sich am Modell, am Produkt oder an meinen Annahmen ändert, steht hier, auch die Korrekturen, nicht nur die Erfolge.

Unterwegs

Auf dem Weg dahin freue ich mich über jede Perspektive, die du einbringst. Am Ende profitiert diese gemeinsame Leidenschaft davon, jeder auf seine Weise.

Miss deine Form. Am Berg, nicht am Powermeter.

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