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Warum Garmin und Strava dir keine VO2max fürs Radfahren zeigen

Läufst du, zeigt deine Uhr nach ein paar Einheiten zuverlässig eine VO2max an. Fährst du stattdessen regelmäßig Rad, bleibt das Feld leer, oder der Trainingszustand fehlt komplett, obwohl du längst genug Fahrten aufgezeichnet hast. In den Garmin-Foren und auf Reddit taucht genau diese Frage ständig auf, und die Antwort, die dort meistens folgt, ist richtig: für die Rad-VO2max-Schätzung verlangt Garmin einen gekoppelten Leistungsmesser, so das eigene Handbuch. Läufst du, gilt das nicht: Tempo und Herzfrequenz reichen. Fährst du Rad, ohne Watt zu messen, bekommst du nichts.

Das ist kein Softwarefehler und keine Einschränkung, die sich mit einem Update ändert. Bei Polar läuft es genauso: Der Cycling Performance Test, aus dem die Rad-VO2max stammt, braucht zwingend einen Leistungssensor am Rad. Coros geht noch einen Schritt weiter: VO2max taucht dort ausschließlich unter den Lauf-Metriken auf, für Radfahren bietet die Uhr den Wert unabhängig vom Leistungsmesser gar nicht erst an.

Warum Laufen anders behandelt wird als Radfahren

Beim Laufen ist Tempo ein brauchbarer Näherungswert für Leistung. Du bewegst dein eigenes Körpergewicht über den Boden, der Luftwiderstand spielt bei normalen Lauftempi eine kleinere Rolle, und aus Tempo, Herzfrequenz und ein paar Annahmen zu Körpergewicht lässt sich eine Schätzung bauen, die für die Hersteller genau genug ist, um sie anzuzeigen.

Auf dem Rad fällt dieser Näherungswert weg. Bei 30 km/h steckt der Großteil deiner Leistung im Luftwiderstand, nicht im Vortrieb, und der hängt von Sitzposition, Windschatten und Gegenwind ab, also von nichts, was eine Aufzeichnung festhält. Ohne direkte Leistungsmessung fehlt den Herstellern die Größe, auf der ihre Rechnung aufbaut, deshalb verweigern sie den Wert lieber ganz, statt eine Zahl zu zeigen, für die die Datengrundlage fehlt.

Und Strava?

Strava selbst berechnet keine eigene VO2max, weder fürs Laufen noch fürs Radfahren. Das bestätigt Strava im eigenen Helpcenter zur eigenen Rennprognose: Anders als andere Prognosetools verzichtet Strava dort bewusst auf einen geschätzten VO2max-Wert und rechnet stattdessen ausschließlich mit echten, historischen Aktivitätsdaten. Wer also bei Strava nach seiner Rad-VO2max sucht, landet am Ende beim selben Problem wie in Garmin Connect: Ohne Leistungsmesser gibt es dort nichts, aus dem sich ein Wert nachträglich errechnen ließe.

Was tatsächlich geht, ohne Leistungsmesser

Am Berg kippt genau das Verhältnis, das auf ebener Strecke fehlt: Das Tempo fällt, der Luftwiderstand fällt mit dem Quadrat des Tempos in sich zusammen, und übrig bleibt die Arbeit gegen die Schwerkraft, die sich aus Höhenmetern, Zeit und Gewicht direkt berechnen lässt, ganz ohne Leistungsmesser. Das ist der Ansatz hinter diesem Rechner: kein Näherungswert für die ganze Fahrt, sondern eine physikalische Rekonstruktion, ausschließlich für gleichmäßig gefahrene Anstiege. Die ausführliche Herleitung steht in VO2max ohne Powermeter, erklärt.

Für flache Fahrten gilt dieselbe Einschränkung wie bei den Herstellern selbst: Fehlt die Information, gibt es keinen erfundenen Wert, sondern gar keinen.

Miss deine Form. Am Berg, nicht am Powermeter.

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